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Urheberrecht für unsere Website

Schlagworte wie "Ideenklau" prägen die Vorstellung vom Urheberrecht. Dabei gibt es den eigentlich gar nicht: Ideen sind nämlich gar nicht schutzfähig. die Gesetzgebung zeigt, was vom Gesetz geschützt wird und was nicht.

Plagiat, Raubkopie und Ideenklau - häufig prägen diese Schlagworte das Verständnis vom Urheberrecht. Dabei kommt der gerade der "Ideenklau" bedeutungsschwerer daher, als er eigentlich ist. Es gibt ihn nämlich nicht: Eine bloße Idee ist nicht schutzfähig, jeder darf sie nachahmen. Wer zum Beispiel eine Werbeidee entwickelt, sollte vorsichtig sein, wem er sie anvertraut.
Die Ideen sind frei - auch zur Imitation.

Das Urheberrecht will die einfachen Formen frei von Rechten halten, um die Schöpfung neuer Werke nicht zu behindern. § 2 des Urhebergesetzes nennt eine wichtige Voraussetzung: Ein Werk muss eine persönliche geistige Schöpfung sein. Das Urheberrecht stellt damit eine Hürde auf, die Werke überspringen müssen, um Schutz zu bekommen: Das ist die so genannte Schöpfungshöhe. Bei jedem Werk muss es sich um etwas Individuelles, Eigentümliches, Spezielles handeln, etwas, das durch seine konkrete Form und Zusammenstellung über dem Durchschnitt der vergleichbaren Schöpfungen liegt.

Nehmen wir Schriftwerke. Die Rechtsprechung unterteilt die Schriftwerke in literarische Werke und Gebrauchstexte. Bei einem literarischen Werk kommt es mehr auf eine phantasievolle Darstellung an als bei einem Gebrauchstext, bei dem wenig Platz für individuelle Entfaltung bleibt. Gebrauchstexte wie z. B. Bedienungsanweisungen, Softwarehandbücher, Begleitmaterial erreichen die Schöpfungshöhe, wenn die Sammlung, Auswahl oder Anordnung des Stoffes eigentümlich ist und sich vom Durchschnitt abhebt.

Selbstverständlich gibt es Werke, die die Schöpfungshöhe nicht erreichen. Das kann daran liegen, dass sie zu durchschnittlich, zu handwerklich oder zu wenig individuell geraten sind. Das Urheberrecht gibt ihnen keinen Schutz. Das gleiche gilt für Ideen. Ihnen fehlt eine konkrete Ausprägung, so dass es an der Individualität, an einer bestimmten schöpferischen Handschrift mangelt.

 

 Wann erreicht ein Werk oder sein Entwurf die Schöpfungshöhe? Eine Faustformel gibt es leider nicht. Die Rechtsprechung setzt die Schöpfungshöhe von Werkart zu Werkart verschieden an. Wenn die Gerichte in der gleichen Sache noch verschiedener Ansicht sind, wird es schnell unübersichtlich. Ein Computerprogramm ist zum Beispiel schutzfähig, wenn zum Programmieren der Software ein Minimum an konzeptionellem Denken, Kreativität und organisatorischen Können vonnöten ist.

Für Websites gilt das nicht. Sie gelten nach überwiegender Ansicht nicht als Computerprogramme. Allerdings können ihre Bestandteile als Sprachwerke, Werke der Musik oder auch als Werke der bildenden Kunst schutzfähig sein - aber nur, wenn die Website in den einzelnen Kategorien auch die jeweilige Schöpfungshöhe erreicht.

 

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